Aus Erfahrungen lernen – mit realen Praxisbeispielen, die aus Workshops mit Fachpersonen entwickelt wurden.
Ein vierjähriges Mädchen, das mit seiner Familie aus einem Bürgerkriegsland geflüchtet ist, kämpft mit sprachlichen Barrieren und wird von anderen Kindern kaum in Spiele integriert. Der Betreuungsschlüssel der Kita Zauberwald lässt wenig Raum für individuelle Förderung. Wie kann dennoch die Integration und Teilhabe des Mädchens verbessert werden?
Ein elfjähriges Mädchen mit einer Gehbehinderung träumt davon, professionelle Handballspielerin zu werden und möchte einem regulären Verein beitreten. Doch ihre Betreuungsperson verbietet es aus Sorge, dass sie dort gehänselt werden könnte, und empfiehlt stattdessen ein spezielles Angebot für Kinder mit Beeinträchtigungen. Ist es gerechtfertigt, ihr diesen Wunsch zu verwehren?
Ein 15-jähriger Jugendlicher mit leichter kognitiver Behinderung träumt von einer Ausbildung als Fachperson Betreuung Kind. Doch seine Betreuungsperson hat Zweifel, ob er die Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes erfüllen kann, und schlägt ihm vor, Alternativen im zweiten Arbeitsmarkt auszuprobieren. In welchem Maß sollten Betreuungspersonen junge Menschen ermutigen, ihre Ziele zu verfolgen und sie dabei unterstützen – auch wenn Hürden absehbar sind?
Ein sechsjähriger Junge, der in einem Kinderheim lebt, möchte nicht mehr zu seiner Mutter fahren – seit der Geburt seiner Halbschwester fühlt er sich vernachlässigt und stört sich am neuen Partner der Mutter. Doch das Besuchsrecht besteht weiterhin. Was ist hier im Interesse des Kindes? Und wie können die Bedürfnisse des Kindes in den Mittelpunkt gestellt werden, ohne familiäre Bindungen vorschnell zu kappen?
In einer städtischen Tagesschule wird ein kultureller Ausflug zu einer LGBTQIA+-Ausstellung geplant. Ein Schüler bittet darum, nicht teilnehmen zu müssen, da seine Eltern ihm dies untersagt haben. Im Gespräch mit einer Betreuungsperson zeigt er jedoch Interesse an der Thematik. Wie kann die Tagesschule das Recht des Jungen auf Bildung und Meinungsbildung wahren, ohne die familiären Werte zu missachten?
Ein 17-jähriger Jugendlicher soll nach einem Klinikaufenthalt in eine offene Wohngruppe wechseln, doch das Betreuungsteam hat Bedenken. Er fiel in der Vergangenheit durch dominantes und aggressives Verhalten auf. Man befürchtet eine Gefährdung der in der Wohngruppe lebenden zurückhaltenden Personen. Gleichzeitig zeigte der Jugendliche in den letzten Monaten kein auffälliges Verhalten mehr. Ist es gerechtfertigt, ihm die Aufnahme trotzdem zu verweigern? Wie lassen sich Schutzinteressen der Gruppe und individuelle Chancen in Einklang bringen?
Ein siebenjähriger Junge, der aus einem Kriegsgebiet geflohen ist, besucht die Tagesschule – doch ohne ausreichende Unterstützung bleibt er aussen vor. Sprachbarrieren, fehlende Ressourcen und überlastetes Personal erschweren seine soziale Integration und schulische Förderung. Während er sich immer mehr zurückzieht, stellt sich die Frage: Welche Rechte hat das Kind auf individuelle Förderung, und wie kann die Tagesschule trotz begrenzter Mittel seine Teilhabe am Schulalltag stärken?
In der Tagesschule sorgt die Nutzung digitaler Geräte zunehmend für Herausforderungen. Besorgte Eltern berichten, dass problematische Inhalte verbreitet werden. Um dem entgegenzuwirken, sollen Betreuenden das Recht erhalten, die Social-Media-Konten der Jugendlichen während der Betreuungszeit zu überprüfen. Doch wie lässt sich der Schutz vor schädlichen Inhalten gewährleisten, ohne die Privatsphäre der Jugendlichen zu verletzen?
Ein sechsjähriger Junge mit Zerebralparese verbringt die Wochenenden bei seinen Eltern, die nur wenig Deutsch sprechen. Bei den Übergabegesprächen werden ihnen deshalb nur selektiv Informationen vermittelt. Doch wie kann sichergestellt werden, dass die Eltern trotzdem alle wichtigen Informationen über ihr Kind erhalten? Und welche Möglichkeiten gibt es, Sprachbarrieren zu überwinden?
In der Tagesschule Bergen isst ein Mädchen aus kulturellen Gründen kein Schweinefleisch. Durch ein Versehen wird ihm dennoch ein Gericht mit Schweinefleisch serviert. Die Betreuungspersonen entscheiden, das Mädchen und seine Eltern nicht zu informieren, um Schuldgefühle zu vermeiden. Doch ist diese Entscheidung richtig? Wie kann die Tagesschule mit solchen Situationen sensibel und transparent umgehen? Dieses Praxisbeispiel regt zur Reflexion über Ehrlichkeit, Respekt gegenüber kulturellen Werten und präventive Maßnahmen an. Reflexionsfragen helfen, faire und verantwortungsvolle Lösungen zu finden.
Eine Kita will den in die Jahre gekommenen Spielplatz umgestalten und dabei die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder berücksichtigen. Viele Kinder spielen aber lieber als zu planen. Die Wünsche, die geäussert werden, sind sehr unterschiedlich. Zudem mischen sich Eltern ein. Wie können die Wünsche der Kinder abgeholt und berücksichtigt werden trotz eines engen Zeitplans?
In einer Wohngruppe begleiten persönliche Erinnerungsbücher die Kinder durch ihren Alltag – gefüllt mit Fotos, Erlebnissen und Botschaften von Fachpersonen, Eltern und Freund:innen. Die Kinder lieben es, darin zu blättern und ihre Geschichten zu teilen. Doch wie kann sichergestellt werden, dass diese Bücher die Identität der Kinder authentisch widerspiegeln? Und inwiefern sind sie mit Datenschutzbestimmungen vereinbar?
Ein fünfjähriges Mädchen mit schweren körperlichen Behinderungen soll künftig über eine Magensonde ernährt werden – eine Entscheidung, die Ärzte, Eltern und Betreuungspersonen getroffen haben. Doch das Mädchen liebt es zu essen und ist wütend und traurig über den Beschluss. Welche Partizipationsmöglichkeiten gibt es bei medizinischen Maßnahmen zum Schutz eines Kindes?
In der Tagesschule Soleil dürfen die Kinder ihr eigenes Ferienprogramm gestalten. Sie einigen sich auf vier Tage freies Spiel und einen Ausflug in eine Trampolinhalle – ein Programm, das sie begeistert. Doch einige Eltern äußern Bedenken: Ist der Ausflug zu gefährlich? Fehlt es an kultureller und intellektueller Förderung? Wie kann die Tagesschule die Mitbestimmung der Kinder stärken, ohne die elterlichen Anliegen zu übergehen?
Ein elfjähriges Mädchen mit kognitiver Behinderung möchte in seiner Freizeit lernen Kleider zu nähen. Doch die Wohngruppe kann die nötige Betreuung nur schwer gewährleisten. Stattdessen wird das Mädchen ermutigt, die Kleider im Bastelatelier zu zeichnen. Wie können individuelle Interessen trotz begrenzter Ressourcen gefördert werden?
Ein elfjähriger Junge mit kognitiver Behinderung möchte wie seine Mitschüler alleine zur Schule gehen, doch sein Schulweg führt über eine gefährliche Hauptstraße. Die Fachpersonen begleiten ihn bisher, um ihn vor Verkehrsunfällen zu schützen. Doch wie kann sein Wunsch nach mehr Selbstständigkeit berücksichtigt werden, ohne seine Sicherheit zu gefährden? Und wie sind Schutzgedanken und die Förderung der eigenständigen Entwicklung zu gewichten?
Ein neunjähriger Junge mit Autismus fühlt sich beim gemeinsamen Abendessen in der Wohngruppe überfordert und zieht sich lieber in sein Zimmer zurück. Seine Eltern wünschen sich jedoch, dass er lernt, in Gruppen zu essen, um seine soziale Integration zu fördern. Mit einer festen Zeitvorgabe am Tisch wird ein Kompromiss versucht – doch wie viel Anpassung kann und darf von ihm erwartet werden?
Eine 16-jährige Jugendliche entdeckt im Ferienprogramm ihre Leidenschaft für Golf – doch die Wohngruppe lehnt eine regelmäßige Teilnahme zunächst aus finanziellen und logistischen Gründen ab. Mit einem kreativen Plan zeigt die Jugendliche auf, wie sie die Hürden eigenständig überwinden kann. Doch ist es fair, ihr eine Ausnahme zu gewähren, während andere Jugendliche auf solche Möglichkeiten verzichten müssen? Und wie lassen sich Freizeitinteressen in stationären Einrichtungen kinderrechtskonform gestalten?
In der Kita Sternenhimmel sorgt die enge Garderobe täglich für Stress. Alle Kinder wollen nach dem Zvieri schnell in den Garten – doch der begrenzte Platz und der Zeitdruck führen zu Hektik, Drängeln und Tränen. Heute eskaliert die Situation: Ein Junge schubst ein anderes Kind, es kommt zu Streit und Unruhe. Wie kann die Kita solche Konflikte vermeiden? Welche Rolle spielen Raumgestaltung und pädagogische Ansätze? Und wie lassen sich Routinen stressfreier gestalten?
Ein vierjähriger Junge mit einer körperlichen Beeinträchtigung und Entwicklungsverzögerung steht in der Kita Laterne vor großen Herausforderungen: Er möchte aktiv am Gruppenleben teilnehmen, benötigt jedoch individuelle Unterstützung, die aufgrund des Personalmangels nur begrenzt möglich ist. Wie kann dennoch sichergestellt werden, dass er sich nicht ausgeschlossen fühlt und die Inklusion gelingt? Dieses Praxisbeispiel wirft zentrale Fragen zur Förderung von Vielfalt und zur Entwicklung kreativer Lösungen für eine inklusive Umgebung auf.
Eine Praktikantin spielt ausgelassen mit zwei vierjährigen Kindern – bis das Spiel eine unerwartete Wendung nimmt: Die Kinder wollen sie küssen, obwohl sie das nicht möchte. Erst als sie laut „Stopp“ sagt, hören sie auf. Wie viel körperliche Nähe muss sein und wie viel körperliche Nähe darf sein?
Ein 8-jähriger Junge vertieft sich in der Tagesschule leidenschaftlich ins Bauen mit Lego und hat Schwierigkeiten, seine Projekte am Abend zu unterbrechen. Die Mutter und die Betreuungspersonen sind zunehmend frustriert, da er nicht pünktlich nach Hause gehen möchte und um seine Bauwerke besorgt ist. Wie kann sein Bedürfnis nach kreativem Spiel berücksichtigt werden, ohne die Abläufe der Tagesschule zu stören?
Eine 16-jährige Jugendliche mit Down-Syndrom möchte bei ihrem Freund in der Wohngruppe übernachten – doch ihre Bezugsperson ist unsicher. Während der Wunsch nach Nähe und Selbstbestimmung respektiert werden soll, gibt es auch Bedenken hinsichtlich möglicher Überforderung oder sexueller Grenzüberschreitungen. Wie kann ein Gleichgewicht zwischen Autonomie und Schutz gefunden werden? Und wer entscheidet eigentlich darüber, ob Jugendliche in der Wohngruppe intime Beziehungen führen dürfen?
Eine 15-jährige Jugendliche mit starker kognitiver Beeinträchtigung wird von wichtigen Gesprächen über ihr eigenes Leben ausgeschlossen mit der Begründung, dass sie dem Inhalt nicht folgen könne. Welche Partizipationsstufe ist in einer solchen Situation angemessen? Und wie kann ein „Runder Tisch“ gestaltet werden, damit auch nicht verbal kommunizierende Jugendliche eine Stimme haben?
In der Wohngruppe für Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen dürfen die Kinder ihre Wünsche für das Wochenendprogramm äußern und Diskutieren. Wegen Uneinigkeit und beschränkten Ressourcen liegt die endgültige Entscheidung jedoch bei den Betreuungspersonen. Ist die gewählte Partizipationsstufe angemessen? Und wie kann sichergestellt werden, dass alle Kinder, unabhängig von ihren kommunikativen Fähigkeiten, gleichberechtigt teilhaben?
In der Kita Regenbogen sorgt ein aktives dreijähriges Mädchen während der Mittagsruhezeit für Unruhe, da es nicht schlafen möchte. Die Eltern bestehen jedoch darauf, dass das Kind regelmäßig Mittagsschlaf hält. Wie kann die Kita den Wunsch der Eltern berücksichtigen und gleichzeitig den individuellen Bedürfnissen des Mädchens gerecht werden, ohne die anderen Kinder zu stören? Dieses Praxisbeispiel stellt die Frage, wie alternative Strategien gefunden werden können, um die Ruhezeit für alle Kinder angenehm zu gestalten. Reflexionsfragen laden dazu ein, mögliche Lösungen zu entwickeln.
Ein vierjähriger Junge mit körperlicher Behinderung soll täglich Übungen zur Verbesserung seiner Handmotorik durchführen. Doch da er selbst kein besonderes Interesse zeigt und die Betreuungspersonen am Abend stark eingebunden sind, werden die Übungen teilweise verkürzt oder ausgelassen. Wie kann gewährleistet werden, dass das Kind die notwendige Förderung erhält?
Die Gruppenleitung einer Kita möchte die Kinder in die Planung des Nachmittagsprogramms einbeziehen. Die Wünsche sind jedoch vielfältig und können nicht alle erfüllt werden. Die Mehrheit entscheidet am Ende. Wie kann das Fachpersonal gewährleisten, dass alle Ideen Gehör finden und gleichzeitig praktische Grenzen der Mitbestimmung erkannt und erklärt werden?
Ein zweijähriger Junge fühlt sich beim Wickeln im offenen Wickelraum unwohl, doch die räumlichen Gegebenheiten erschweren eine Wahrung der Privatsphäre. Obwohl Sichtschutzwände diskutiert wurden, scheitert die Umsetzung bislang an Budget und Platzmangel. Wie kann die Kita trotz begrenzter Ressourcen die Privatsphäre der Kinder schützen und den praktischen Anforderungen gerecht werden?
In der Tagesschule Flora wünschen sich die Jugendlichen einen eigenen Raum, in den Erwachsene nur im Notfall eintreten dürfen. Doch wie lässt sich ihr Bedürfnis nach Privatsphäre mit der Verantwortung des Betreuungspersonals für ihre Sicherheit vereinen?